Donnerstag, 19. Februar 2026

Vater Vsevolod aus Kasachstan

Es ist schon eine ganze Weile her, als Vater Vsevolod um Hilfe gebeten hatte.
Jetzt hat er sich wieder gemeldet und gibt uns einen kleinen Einblick, was seither geschehen ist. Unsere Apostille hat leider nicht zur Anerkennung verholfen, aber auch ohne Anerkennung entwickelt sich das kasachische Pastafaritum.

Ich hatte noch um ein paar Ergänzungen gebeten, die dann auch gekommen sind. Was ihr hier lest, ist sind die wichtigsten Auszüge aus beiden Mails von Vater Vsevolod.


Lieber Bruder Spaghetus,

ich weiß nicht, was bei euch gerade passiert, aber ich habe beschlossen, euch ein Lebenszeichen zu senden.

Während die Welt hier und da langsam den Verstand verlor, ging in einer fernen Stadt in Kasachstan die Arbeit gemächlich weiter.

Schritt für Schritt half mal der eine, mal der andere Mensch auf diesem schwierigen Weg, und so sind wir schließlich bei einer Etappe angekommen, die sich „religionswissenschaftliche Expertise“ nennt.

Ich habe sehr darauf gewartetzu erfahren, zu welchem Schluss der religionswissenschaftliche Experte gekommen ist.

Und sein Fazit lautet:

Eure religiöse Organisation wird nicht zur Registrierung als religiöse Organisation empfohlen.

Begründung: 

Die Idee sei eher philosophischer Natur, und die Anhänger selbst nähmen die Figur des Fliegenden Spaghettimonsters nicht ernsthaft als göttlich wahr.

Es ist interessant, wie sie das festgestellt haben …

Wie erstaunlich es doch ist, dass über 50 Menschen ihre Absichten gebündelt und ihre Bestrebungen auf ein Ziel ausgerichtet haben – auf was auch immer, ...

Ganz zu schweigen davon, dass sich mindestens etwa 3000 Menschen in Kasachstan als Pastafarianer identifizieren   (laut Angaben der Website VKontakte).

.....

Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, außergerichtlich eine Beschwerde bzw. ein Anliegen einzureichen, damit unser Fall erneut und unter Einhaltung der formalen Anforderungen geprüft wird.

Aber das ist unglaublich zermürbend …

...

Nichtsdestotrotz:

Die pastafarianische Gemeinschaft hat vielleicht zum ersten Mal reale, nicht vereinzelte Gesichter bekommen und wäre durchaus in der Lage, eine Art Schiff wie die Standart zu bemannen.

Von Zeit zu Zeit gelingt es uns, uns in einer Bar zu versammeln – bei einem Glas Bier und Knoblauch-Garliki.

Den Tisch der Speisen mit einem Gebet zu segnen oder vielleicht einfach mit Lachen, mit jenem Geist, der von jeder freien Seele in der Nähe ausgeht.

Auch wenn eure Apostille letztlich nicht zu unserem Erfolg führte,ich möchte sagen, dass ich euch sehr dankbar bin, denn ihr gehört zu den wenigen Menschen auf dieser Welt, die den Pastafarianismus tatsächlich voranbringen.

P.S.

Mir gefällt eure Rubrik „Wort am Freitag“ wirklich sehr. Das ist nicht einfach nur cool – das ist eine großartige Idee.

Ich wollte euch schon lange schreiben und euch Neuigkeiten mitteilen, leider gibt es im Moment keine besseren als genau die.

.........


.....wie es sich für einen wackeren Seefahrer gehört: Wenn wir spät anlegen, dann mit reicher Ladung an Neuigkeiten!

Zunächst: Unser kalenderheiliger Feiertag des Großen Universell Verteilten Bier-Vulkans (GVVBV) ist vorübergezogen – wie stets an jedem Freitag, dem 13.




Dieses Mal versammelte sich eine bescheidene Crew von vier Piraten und einer Piratin. Klein an Zahl, doch groß an Geist!

Im Sommer jedoch hissten wir die Flagge mit über 20 Seelen – und das war wahrlich ein Fest, das selbst die Nudeln in Ekstase versetzt hätte.

Über uns erschien zudem ein Nachrichtenbeitrag in einem lokalen russischsprachigen Online-Medium. Leider verschwand er später von YouTube – wie ein Schiff im Nebel –, da die Produktionsabteilung eingespart wurde.

Doch keine Sorge: Wir besitzen eine Kopie und ich werde sie diesem Schreiben beifügen.
[Das Video befand sich nicht im Anhang. Wegen rechtlicher Bedenken hätte ich aber sowieso von einer Veröffentlichung abgesehen.]

Später erschien außerdem ein Artikel über uns in den Medien.

Und selbstverständlich, mein Bruder – veröffentlicht meine Worte wann immer Ihr es für würdig haltet! Möge es ein Zeichen unserer internationalen pastafarianischen Bruderschaft sein, das selbst die stärksten Winde nicht zerreißen können.


Solltet Ihr Euch gerade in einem kleinen Sturm des Herzens oder Geistes befinden, so denkt daran:

Selbst wenn die See unruhig ist, trägt uns doch stets die unsichtbare Nudelhand. Kein Pirat segelt allein. Und manchmal braucht selbst der tapferste Kapitän nur einen Moment, um den Kurs neu zu setzen.

Mit nudeligen Grüßen und einer ehrlichen Umarmung über die Meere hinweg,


Euer Bruder Vsevolod



Sonntag, 25. Januar 2026

Die Spreeräuber haben einen neuen Heimathafen



Gar nicht so sehr lange nach der Sommernudelmesse trafen sich am 17.01.2026 die Spreeräuber wieder einmal zu einer zünftigen Nudelmesse. Diesmal im Da Pia – mitten in Berlin. Einige bekannte Gesichter aus früheren Nudelmessen waren dabei und mit Spreeräuber-Kapitän Käptn Flunkenfug und Tini Tortellini auch schon alte Hasen der Freibeuterschaft. Aber auch ganz neue Pastafari durften wir begrüßen. Leider hatte irgend so ein Miststück namens Virus Bruder Spaghettus und Elli Spirelli flachgelegt, das war schade, konnte uns aber nicht davon abhalten, es uns gut gehen zu lassen und dem Monster ordentlich zu huldigen.

Tini Tortellini hielt, nachdem alle gut gespeist hatten, die Nudelmesse. Inzwischen war das Restaurant proppevoll und es war ziemlich eng. Gäste schauten zu und lachten, manche hörte man sagen: „… Fliegendes Spaghettimonster….“, der Wirt schaute auch zu und formte beim Aufsagen des Monsterunser lachend den Monstergruß.

Alles in allem ein cooles Treffen und eine würdige Messe. Natürlich ließen wir Werbematerial da und dürfen wiederkommen.

Gute Neuigkeiten: Location gefunden!

Nachdem wir nach der Sommernudelmesse noch eine neue Location gesucht hatten, ist sie nun gefunden. Und das sind doch mal gute Nachrichten! Die Spreeräuber haben also, nachdem ihr jahrelanges Lieblingsrestaurant – das Knofel – zu gemacht hatte, wieder einen neuen Hafen in Berlin.

Arrrrgh! und: Biereluja!

Donnerstag, 1. Januar 2026

Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. verklagt Bruder Spaghettus


Der Verein „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e. V.” hat am Landgericht Neuruppin Klage gegen mich, Rüdiger Weida, erhoben. Der Streitwert beträgt 10.000 Euro. 

In diesen Neujahrsgedanken soll es jedoch nicht um die Klage selbst gehen – ich kenne sie noch gar nicht –, sondern um ihre Notwendigkeit und Wirkung.

Wenn sich langjährige Partner trennen, ich und andere ehemalige Mitglieder haben den KdFSMD e.V. verlassen und die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters 1.0 – Das Original“ gegründet, gibt es immer Klärungsbedarf. 

Wie wird das gemeinsam Geschaffene aufgeteilt, wem stehen welche Rechte zu und wie geht man in Zukunft miteinander um?

Am besten lassen sich diese und weitere Fragen im fairen Interessenausgleich klären. Den findet man nur, indem man miteinander spricht. Auch dann noch, wenn eine Seite bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat. 

Deshalb habe ich mich mit folgender E-Mail an den Vorstand des KdFSMD e. V. gewandt:


Wed, 15 Oct 2025 15:30:47 +0200

Betreff:

Letzter Versuch

Hallo ihr Drei,

ich würde gern die Vergangenheit abhaken und mich endlich ausschließlich auf die Zukunft konzentrieren. Das trifft, wo sie involviert sind, auch auf Conny und Sylke zu.

Damit würden wir nicht nur ein Zeichen für die Szene setzen, dass Pastafari fähig sind, ihre Probleme im fairen Interessenausgleich zu lösen.

Es würde auch dazu beitragen, uns offen in die Augen sehen zu können, falls wir irgendwann irgendwo mal wieder aufeinanderstoßen sollten.

Gleichzeitig gehe ich davon aus, so auch viel früher zu Ergebnissen zu 

kommen, die noch dazu deutlich besser sein dürften.Auf hoher See und vor Gericht liegt alles in Monsters Hand.

So weit auseinander sind wir auch gar nicht. Ihr wollt, dass ich die Adminrechte für die Facebookseite abgebe und nicht mehr dort poste, 

ich/wir möchten, dass ihr auf eurer Webseite nicht mehr mit uns und unseren Leistungen werbt.

Das und eventuelle andere kleinere Probleme, sollten sich doch im Gespräch klären und mit einer schriftlichen Vereinbarung fest machen lassen.

Wir müssen einfach nur anfangen, darüber miteinander zu reden.

Ob erst mal nur Mario und ich im Vorgespräch oder gleich alle zusammen, könnt gern ihr entscheiden. Vielleicht fällt euch ja noch eine bessere Möglichkeit ein.

Aber lasst es uns versuchen.

Nudlige Grüße
Rüdiger 


Ich habe mich sehr gefreut, als am 22.10.25 folgende Antwort kam:


Hallo Rüdiger,

wir haben deine E-Mail vom 15.10.2025 erhalten und zur Kenntnis genommen.

Wir besprechen die Inhalte intern und melden uns kurzfristig wieder bei dir. Bitte hab Verständnis, dass wir derzeit noch keine Aussagen zu den darin angesprochenen Punkten treffen. Auch wir sind an einer schnellen und geräuschlosen Klärung interessiert.

Nudelige Grüße

Bruder Mayo und gesamter Vorstand


Das hörte sich gut an und ich habe kühn gehofft:

Hallo Mario, 

danke für deine Zwischeninfo. 

Vielleicht schaffen wir ja noch den WeinAchtsfrieden. 

Nudlige Grüße

Rüdiger


Dann kam lange nichts mehr, was aber nicht ungewöhnlich war. 

Immerhin wurde die Website des KdFSMD e.V. an verschiedenen Stellen überarbeitet und dabei auch unsere Forderungen berücksichtigt. Es schien also alles seinen pastafarianischen Gang zu gehen. 

Ich hatte immer noch Hoffnung auf einen WeinAchtsfrieden, als kurz vor dem Fest eine Mail vom Anwalt des e.V. in meinem Postfach landete. Darin wurde mir die Kostenrechnung des Landgerichts an seinen Mandanten zur Kenntnisnahme übermittelt.

Damit war nicht nur die Hoffnung auf einen WeinAchtsfrieden dahin, damit war klar, ab hier gibt es nur noch Verlierer. 

Der KdFSMD e.V. hat verloren, weil die geräuschlose Klärung gescheitert ist. 

Obwohl seine Schatztruhe überläuft, könnten sich nun einzelne Mitglieder fragen, ob die juristische Auseinandersetzung eine sinnvolle Verwendung der Mittel des Vereins darstellt. Ein begonnener Rechtsstreit muss nicht zwangsläufig zum Erfolg für den Kläger führen. 

Spender könnten sich fragen, ob ihre Zuwendungen dafür eingesetzt werden.

Partner könnten sich fragen, wie es um die Zuverlässigkeit des KdFSMD e.V. steht. 

Ich habe verloren, da ich mein Ziel einer „friedlichen“ Einigung nicht erreicht habe. 

Beim Landgericht herrscht Anwaltszwang. Ich werde finanzielle Aufwendungen haben, die ich nicht aus einer vollen Schatztruhe locker begleichen kann. 

Letztlich ist damit auch meine Hoffnung dahin, sich in Zukunft wieder offen in die Augen sehen zu können.  

Streit kann durchaus produktiv sein. Richtig ausgeführt, kann er alle daran beteiligten Partner voran bringen. 

Dieser Streit ist das Paradebeispiel, wie es nicht laufen sollte.